Ein Einblick in die Galeristenszene und ein großartiges Sounderlebnis

Die letzte KulturPerlenfahrt des Jahres wartete mit zwei Highlights auf: Die Galerie Depelmann in Langenhagen, eine der sehr wenigen internationalen Galerien in der Region Hannover, gibt es bereits seit 41 Jahren. Sie vertritt einen Stamm an zeitgenössischen Künstlern, den sie seit Jahren betreut, in den eigenen Räumen und auf Messen und produziert für sie Kataloge. Kunsthistorikerin Frauke Engel erläuterte den Besuchern, wie die Galerie, die zugleich als Kunsthandlung und Verlag fungiert, arbeitet und stellte die abstrakten, von der Natur abgeleiteten Werke des renommierten Schweizer Künstlers Josef Ebnöther vor. Seine Ausstellung war zwei Wochen zuvor eröffnet worden.

Der zweiten Station der Fahrt fieberten die Jazz-Fans unter den Teilnehmern (und das waren so einige!) bereits entgegen: Im Tonstudio Tessmar gab es nach Kaffee und Kuchen und einer Einführung in die Arbeit des Studios ein hochkarätiges Konzert des Jazztrios The Ellingtones zu erleben, das live aufgenommen wurde. Die Zuhörer blieben dabei in dem mit perfekter Akustik versehenen Raum mucksmäuschenstill, bis der letzte Ton verklungen war – um dann aber um so mehr Beifall zu spenden. Auch eine Zugabe wurde noch erfolgreich eingefordert.

Karl Tessmar hat aus seinem Hobby eine Profession gemacht: In seinem hochmodernen, insgesamt 1200 Quadratmeter umfassenden Tonstudio wird im Audio-3-D-Verfahren aufgenommen. Das Ergebnis der Aufnahme wurde den KulturPerlenfahrern anschließend präsentiert: Aus 24 Lautsprechern erschallten die Stimmen der einzelnen Instrumente von allen Seiten und verwandelten den Raum in einen einzigen, umfassenden Klangkosmos. Toll!

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„Happy“ Flashmob und Jubiläumstorte auf dem Entdeckertag

Die Torte war der Hit – binnen kürzester Zeit bildete sich eine Traube rund um den Stand, an dem anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Café Kröpcke Himbeertorte verteilt wurde. Ein wenig Warten lohnte sich aber – war echt lecker!
Joy Lohmann, Stellvertretender Vorsitzender des Vereins, hielt den Taktstock für den Flashmob in der Hand. Der Text für den Flashmob-Gesang „Happy“ von Pharell Williams wurde bei uns am Stand verteilt. Von der Jazzbühne herab sangen niedersächsische Chöre …
… begleitet vom Beatboxing aus der Uhr!

Bewegte Grafiken bei Dietmar Griese und bewegender Glaube in der Pagode Vien Giac

Eine eindrucksvolle Fahrt durch den Süden der Landeshauptstadt: Wir besuchten den Grafiker, Kunstpädagogen und Illustrator Dietmar Griese, der in seinem Haus eine kleine, sehr individuelle Galerie mit seinen Werken betreibt. Den größten Teil seiner Werkschau im Dachgeschoss des Hauses nehmen Arbeiten ein, in denen er in einem Freibad festgehaltene Bewegungsstudien in abstrakte grafische Formen umsetzt – alles in Schwarz und Weiß. In Grieses neuesten Werken war zu beobachten, wie sich der ehemalige Illustrator immer stärker von realistischen Eindrücken löst und in seiner eigenen Formensprache der Linien- und Formgestaltung der Motive – scheinbar freien – Lauf lässt.

Im Südtorcafé stärkten sich die Kulturperlenfahrer mit Apfelkuchen und Kaffee. Nächstes Ziel war das Kloster in der Pagode Vien Giac. Dort steht der buddhistische Glauben, wie er in Vietnam gepflegt wird, im Mittelpunkt. Vien Giac ist die größte Pagode Deutschland und beherbergt zudem ein vietnamesisches Kulturzentrum. Bei einer Führung durch die weitläufigen Räumlichkeiten hieß es zunächst für alle „Schuhe ausziehen!“ Dann ging es zuerst in den großen Gebetsraum. Anschließend erhielten die Kulturperlenteilnehmer unter anderem Einblicke in die Bibliothek und in die weiteren Räumlichkeiten sowie den Außenbereich des Geländes.

Drohnenflüge, Teatime und Punkrock beim Pecha-Kucha-Abend der Kultur

Nach sechseinhalb Minuten klingelte bei jedem Beitrag die Eieruhr: Rund 60 Besucher erlebten beim dritten Pecha-Kucha-Abend der Kultur Witziges, Ideenreiches und eben „Abgedrehtes“.

Die Kunsttherapeuten der Gruppe von Dr. Anne Wilkening machten den Anfang: Drei von ihnen stellten in einem Film psychisch labile Menschen vor, die unter ihrer Betreuung über die eigene Kreativität zu neuer Lebensfreude finden und ihre Werke auch ausstellen, wie etwa unlängst im Rathaus in Garbsen. Einige der dabei entstandenen, teils professionell wirkenden Arbeiten hatten die Künstler auch mitgebracht und stellten sie auf der Bühne aus. Für die Filmkunst abseits des Mainstream engangiert sich Johannes Thomsen mit seiner Frau Wiebke im kleinsten Kino der Welt, dem Lodderbast, der als Zweiter auftrat. Das Paar zeigt dort an fünf bis sechs Tagen in der Woche nach eigenem Geschmack ausgewählte Perlen aus Filmkunst und Genrekino. Die Konkurrenz großer Programmkinos bereitet Thomsen keine Sorgen, wie er berichtete – im Gegenteil: „Wir gehen auch mal mit unseren Gästen mit einem Wegbier in der Hand rüber zum Raschplatzkino, wenn dort ein Film läuft, den wir wichtig finden.“ Kooperationen etwa mit der Eisfabrik und dem Hofer Filmtagen bereichern das Angebot. Und regelmäßig sind zudem Filmregisseure in dem nur 20 Plätze umfassende „Wohnzimmer“ an der Berliner Allee zu Gast, um ihre Werke vorzustellen. Das „House of Many“, die Aktivitäten junger theaterbegeisterter MigrantInnen, wurde anschließend von der Dramaturgin und Leiterin des Jungen Schauspiels Barbara Kantel präsentiert – eine Initiative, zu der sie alle Zuschauer und Interessierten herzlich einlud mitzumachen. Die jungen Leute wählen ihre Themen selbst und bearbeiten sie musikalisch, mit Texten und in philosophischen Vortägen auf einer Open Stage.

In der Pause servierten Frauen des Soroptimist Club Hannover 2000 Handhäppchen auf „abgedrehten“ Singles zugunsten des Ballhof-Cafés. Zu Beginn des zweiten Teils sprintete Thommi Baake mit einem antiken weißen Koffer auf die Bühne, aus dem er anstelle von virtuellen Bildern allerlei Utensilien zur Veranschaulichung seiner zahlreichen Bühnenaktivitäten zauberte – eine „analoge Power-Point-Präsentation“, wie er es nannte. „Alles außer Ballett und Kunst“ macht er nach eigener Aussage – und das scheint nicht übertrieben: Im schrillen rit-weiß gemusterten Anzug absolvierte der Comedian einen Sechs-Minuten-Ritt durch sein beeindruckendes Bühnenleben der vergangenen rund 30 Jahre. Die letzten Minuten seiner Präsentation nutzte er allein für eine schier endlose Aufzählung seiner bislang vollführten Tätigkeiten – Teeologe und Filmverführer waren nur zwei davon.

Sein bürgerlicher Beruf als Pressesprecher von Enercity ist nur eine Seite von Carlo Kallen: Dear Gründer der Punkrockband Brutal verschimmelt und Autodidakt an Bass und Schlagzeug definiert seinen wichtigsten Beitrag weniger über sein Talent an den Instrumenten denn über das „grimmig Gucken“ an den Drums. Seine in Kempten in früher Jugend gegründete und wenig später aufgelösten Punkband erlebte 2014 ein Revival, man ging sogar auf Tour. Auf einmal, so berichtet Kallen, kursierten Videos und Aufnahmen alter Songs im Netz, die LP wurde zur gesuchten Rarität und das Band-Logo wurde von einer Münchner Band als „Brutal verbimmelt“ zu einer Hommage an die Hobbymusiker und ziert nun T-Shirts, wie Carlo am eigenen Leib demonstrierte. Nach Re-Release alter Songs auf Samplern in den vergangenen Jahren steht nun der nächste Auftritt mit seiner neuen Band TLR auf dem Fährmannfest (9.–11. August) an. Den Abschluss bildete Profifotograf und Kameramann Nikolaj Georgiew. Für Starregisseure wie Oliver Stone oder Wolfgang Petersen hat der gebürtige Garbsener technisch anspruchsvolle Kamerafahrten und -aufnahmen in allen Teilen der Welt abgedreht. Begonnen hat die Karriere beim Film Ende der 1990er-Jahre mit dem Aufstieg der damals aufwendig gedrehten und hoch budgetierten Musikvideos, die er etwa für Ex-Spice-Girl Melanie C. oder die Scorpions drehte. Beispiele von Georgiews teilweise atemberaubenden Shootings waren in einem Film mit Ausschnitten aus seinen unzähligen Produktionen für Werbung, Kino und TV zu sehen, den er für die Zuschauer kommentierte. Zur Fotografie ist Georgiew, der in den 90er-Jahren regelmäßig für die Cover des Magazins „Schädelspalter“ verantwortlich zeichnete, erst in den vergangenen Jahren wieder zurückgekehrt. Models oder Promis stehen seit nun wieder regelmäßig vor seiner Linse. So erzählte er, wie Rudolf Schenker etwa bei einem Fotobuch mit Promis mit ihren Hunden – darunter etwa Ursula von der Leyen, Johann Lafer oder Rudolf Schenker – wobei Letzterer sich mit seinem Kater ablichten ließ, der sich nach Schenkers Aussage „für einen Hund hält“.
Moderiert wurde die Veranstaltung von der Vorsitzenden des Vereins, Vera Brand. Ein rundum beeindruckender Abend – das war die einhellige Meinung der Zuschauer und auch der Beteiligten. Viele Kontakte wurde an diesem Abend geknüpft und vertieft. Das Format, so war zu hören, hat weitere Fans gefunden – und soll auf jeden Fall fortgesetzt werden.

Kathrin Symens

Erste Kulturperle 2019 führte nach Springe

Paradiesschmiede und Bläser satt

Unser erster Kulturperlen-Ausflug im Jahr 2019 führte uns zu dem Schmiede- und Ideenkünstler Andreas Rimkus. Bei schönstem Sonnenschein nahm Andreas Rimus die 19 Teilnehmer mit auf seinen Ideenparcours durch die Natur, die bereits auf dem Weg zu seinem Haus entlang zahlreicher Objekte führt – die voller ganz unterschiedlicher Erfahrungen, Ideen und Geschichten stecken. Vorbei an etwa dem Apfelgarten mit von den Paten geschmiedeten Baumhaltern, Hochzeitsort und Sortenbewahrungsreservat ging es durch seine Freilichtgalerie. Dort begegneten die Besucher etwa einer Trojanischen Kuh aus Holz, einer skurrilen „Dampfmaschine“, einer mobilen Schmiedewerkstatt und sogar einer nachgebauten afrikanischen Dorfschmiede. Rimkus hat sich der Bewahrung des aussterbenden Handwerk des Schmiedens verschrieben, berichtet, für das er in internationalen Projekten etwa gemeinsam mit den Bewohnern des Schmiededorfes Yohonou im afrikanischen Togo eintritt, für das er einen überdimensionalen Hammer schmieden und nach Togo transportieren ließ – als Teil eines internationalen Projekts auf allen Kontinenten mit einem Hammer-Exponat je Erdteil, zu platzieren mit einem neu gepflanzten Baum in der Stiel-Aussparung: Objekte, die auf die Dauer von unübersehbar vielen Generationen als weltumspannendes Schmiede-Denkmal angelegt sind.

Dies im Übrigen ist nur eines von zahlreichen Projekten des Künstlers, der auch viel mit Kindern arbeitet – selbstverständlich lernte sein Sohn bereits im Kindergartenalter bei ihm, wie man einen Nagel schmiedet! Der aber auch das materielle Erbe von unzähligen Schmieden (auf)bewahrt und eigens ein Archiv in Form einer Stiftung dazu festgeschrieben hat. Die Perlen-Gäste zeigten sich sichtlich beeindruckt – einige erklärten sich sogar gerne zu einer zweiten Fahrt mit demselben Ziel bereit.

Nach einer Kaffeepause inmitten der Schmiedewerkstatt neben dem Schmiedefeuer, bewirtet von Rimkus‘ Frau Christine, einer Violinistin und Sängerin, ging es weiter in die Innenstadt von Völksen. In der mittelalerlichen kleinen Johanneskirche beschlossen wir den Ausflug in Hannovers Westen mit „Bläsern satt“, einem klassischen Bläserkonzert mit Studierenden aus der Trombone Klasse von Prof. Jonas Bylund, Soloposaunist und Dozent an der HMTMH. Die Reihe Konzerte im Kirchgarten hätte ihrem Namen fast gerecht werden können, so gut spielte das Wetter mit – doch man entschied sich doch lieber, sich im ausreichend geschützten und bestuhlten Kircheninnern niederzulassen um den elf Bläser/innen zu lauschen, die sich auf Stücke aus elf Jahrhunderten konzentriert hatten – zum Teil in hauseigener Bearbeitung. Jonas Bylund, mit seiner Klasse bereits zum zweiten Mal in der Kirche zu Gast, überraschte mit einem abwechsungsreichen und stimmungsvollen Programm mit hervorragenden Solisten. Die ausgedehnte Pause genossen die Gäste bei einem Glas Wein dann tatsächlich im sonnigen Kirchgarten. Die Abholung der Kulturperlenfahrer durch den Bus erfolgte dann wenige Meter von der Kirche entfernt als terminliche Punktlandung, sodass die Fahrt wie angekündigt gegen 19.30 Uhr am Kröpcke enden konnte.

Treffpunkt: Stadtbahnhaltestelle Stadionbrücke, 13.00 Uhr

Abfahrt: 13.15 Uhr, Rückkehr: ca. 19.30 Uhr

Kosten: 28,00 €, Mitglieder 23,00 €

Künstler-Retrospektive auf dem Land und „deutscher Humor“ a cappella

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Die letzte Kulturperle im Jahr 2018 stieß auf außerordentliches Interesse – mehr Teilnehmer, als sich angemeldet hatten, fanden sich an der Kröpcke-Haltestelle ein, sodass der übliche Linienbus nicht ausreichte und gegen einen Gelenkbus ausgetauscht werden musste. Zum Glück war das für die Üstra kein Problem, unser Fahrer steuerte kurzerhand den Betriebhof an und wir stiegen in das größere Fahrzeug um. Uetze war nach einer guten Dreiviertelstunde erreicht, wo uns Karl-Heinz Bethmann bereits an der Einfahrt zu seinem Anwesen begrüßte. Nach dem Eintreten in das alte Fachwerkhaus, in dem der Künstler sein Atelier eingerichtet hat, staunten die Teilnehmer: In den niedrigen, von alten Öfen beheizen Räumen erwartete sie eine perfekt arrangierte Ausstellung auf auf strahlend weißen Wänden, aufgelockert durch die alltäglichen Lebensspuren des Künstlers: Beim Passieren der historisch anmutenden Küche, des Musikzimmers oder beim Inspizieren des Ateliers, wo natürlich jede Menge Malutensilien, Bilder und kleine Skulpturen in Regalen und auf Borten lagern, aber auch eine große Musikanlage samt Boxen für Inspirationen sorgt. Einen besseren Zeitpunkt hätte man für einen Besuch des Ateliers kaum wählen können: Denn der wenig auf Öffentlichkeitswirkung bedachte Bildhauer und Grafiker bereitete gerade seine erste große Retrospektive vor, die am 3. November eröffnet wird. Bethmanns grafischen Arbeiten präsentieren sich weitgehend abstrakt schwarz auf weiß – Anklänge an natürliche und körperlichen Formen scheinen mehr oder weniger deutlich durch, oftmals reduziert auf klare und prägnante Grundformen und Umrisse. In einigen Fällen werden sie – nach offenbar weidlicher Überlegung – um die Farbe Blau erweitert, worauf sogar eine Collage in der Küche mit einem Augenzwinkern hinweist, auf der Angela Merkel dem Künstler anerkennend die Hand schüttelt. Einige der Teilnehmer können sich noch gut an Bethmanns Zusammenarbeit mit der Tanzperformancekünstlerin Ursula Wagner erinnern, mit er gemeinsam mehrere Tanzperformances gestaltet hat.
Der Weg zur nächsten Station führt verkehrsbedingt über einige Umwege nach Hemmingen und zum Café Webstuhl, das an diesem schönen Nachmittag bereits bestens besucht ist – nicht wenige Gäste haben keinen Platz mehr gefunden, nicht zuletzt, weil wir 32 Plätze reserviert haben! Der Service in dem mit viel Kunst und Kunsthandwerk dekorierten Wintergarten-Café klappt hervorragend, und die Gäste genießen etwa die köstlichen, mit Buchweizen gebackenen Preißelbeer- und Eierlikörtortenstücke.

Um 18 Uhr schließlich folgt nach der kurzen Fahrt zur Pattenser St. Lukas-Kirche der Höhepunkt des Tages: das ausverkaufte Konzert der A-cappella-Band Medlz – einer Combo, die sich an diesem Abend unter dem Titel „Heimspiel“ auf Einladung des Kulturzentrums bauhof Hemmingen ganz dem deutschen Liedgut jeglicher Couleur verschrieben hat: Es werden ausschließlich deutsche Titel gesungen, und zwar von Beethovens Ode an die Freude, Udo Lindenberg und den Prinzen bis zu Clueso und Rammstein. Auf fremdsprachige Bezeichnungen verzichteten die vier weitgehend in der von beeindruckenden Lichtspielen inszenierten Kirche – so gab es die Veröffentlichungen der Gruppe anschließend am „Tonträgerstand“ zu erstehen, und umgezogen wird sich schlicht in der Garderobe statt im „Backstagebereich“. „Ein Ohrenschmaus und Augenweide für das Publikum!“, befand KRRH-Vorstand Vera Brand.

Ijacking auf dem Entdeckertag

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Auf dem Entdeckertag war der KulturRaum – wie gewohnt – gleich neben der Kröpcke Uhr zu finden. An diesem Tag galt es ein ganz besonderes Projekt zu präsentieren: IJACKING, ein Parcours mit virtuellen Kunstinstallationen an mehreren Orten in der Innenstadt, den Harro Schmidt von der Kunsthalle Faust organisiert hatte und auch vor Ort vorstellte.

Mit einer App können sich dabei Kunstinteressierte via QR-Code-Scan virtuell Arbeiten internationaler Künstler in den per Smart-Phone-Kamera aufgenommenen Raum zaubern. Der Raum um die Kröpcke-Uhr bildete das Zentrum des Projekts: Gleich drei Installationen waren hier rund um das heimliche Herz der City zu entdecken – darunter eine Arbeit des hannoverschen Totalkünstlers Timm Ulrich („Ich kann keine Kunst mehr sehen“) und ein Kabeljauschwarm des US-amerikanischen Künstlers Will Pappenheimer, der gen Himmel kreisend zu verschwinden droht. Hört sich kompliziert an – aber sobald die App mithilfe des kostenfreien WLAN-Zugangs Hannover Hotspot installiert und ein QR-Code auf einem der Sterne auf dem Pflaster oder auf der Uhr gescannt wird, lassen sich Werke ganz einfach betrachten. Die reale Umgebung ist auf einer weiteren Ebene noch ein zweites Mal mitsamt der Kunst erlebbar. Noch bis zum Ende des Monats läuft das Projekt, das für Smart-Phone, iPhone- der iPad-Besitzer jederzeit zugänglich ist. Hier eine Bericht des NDR über das Projekt.

Außerdem stellten die KulturRaum-Macher Verein und das KulturPerlen-Projekt vor. Die letzte Kulturperle des Jahres findet am 28. Oktober statt.

Christine und Vera