Künstler-Retrospektive auf dem Land und „deutscher Humor“ a cappella

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Die letzte Kulturperle im Jahr 2018 stieß auf außerordentliches Interesse – mehr Teilnehmer, als sich angemeldet hatten, fanden sich an der Kröpcke-Haltestelle ein, sodass der übliche Linienbus nicht ausreichte und gegen einen Gelenkbus ausgetauscht werden musste. Zum Glück war das für die Üstra kein Problem, unser Fahrer steuerte kurzerhand den Betriebhof an und wir stiegen in das größere Fahrzeug um. Uetze war nach einer guten Dreiviertelstunde erreicht, wo uns Karl-Heinz Bethmann bereits an der Einfahrt zu seinem Anwesen begrüßte. Nach dem Eintreten in das alte Fachwerkhaus, in dem der Künstler sein Atelier eingerichtet hat, staunten die Teilnehmer: In den niedrigen, von alten Öfen beheizen Räumen erwartete sie eine perfekt arrangierte Ausstellung auf auf strahlend weißen Wänden, aufgelockert durch die alltäglichen Lebensspuren des Künstlers: Beim Passieren der historisch anmutenden Küche, des Musikzimmers oder beim Inspizieren des Ateliers, wo natürlich jede Menge Malutensilien, Bilder und kleine Skulpturen in Regalen und auf Borten lagern, aber auch eine große Musikanlage samt Boxen für Inspirationen sorgt. Einen besseren Zeitpunkt hätte man für einen Besuch des Ateliers kaum wählen können: Denn der wenig auf Öffentlichkeitswirkung bedachte Bildhauer und Grafiker bereitete gerade seine erste große Retrospektive vor, die am 3. November eröffnet wird. Bethmanns grafischen Arbeiten präsentieren sich weitgehend abstrakt schwarz auf weiß – Anklänge an natürliche und körperlichen Formen scheinen mehr oder weniger deutlich durch, oftmals reduziert auf klare und prägnante Grundformen und Umrisse. In einigen Fällen werden sie – nach offenbar weidlicher Überlegung – um die Farbe Blau erweitert, worauf sogar eine Collage in der Küche mit einem Augenzwinkern hinweist, auf der Angela Merkel dem Künstler anerkennend die Hand schüttelt. Einige der Teilnehmer können sich noch gut an Bethmanns Zusammenarbeit mit der Tanzperformancekünstlerin Ursula Wagner erinnern, mit er gemeinsam mehrere Tanzperformances gestaltet hat.
Der Weg zur nächsten Station führt verkehrsbedingt über einige Umwege nach Hemmingen und zum Café Webstuhl, das an diesem schönen Nachmittag bereits bestens besucht ist – nicht wenige Gäste haben keinen Platz mehr gefunden, nicht zuletzt, weil wir 32 Plätze reserviert haben! Der Service in dem mit viel Kunst und Kunsthandwerk dekorierten Wintergarten-Café klappt hervorragend, und die Gäste genießen etwa die köstlichen, mit Buchweizen gebackenen Preißelbeer- und Eierlikörtortenstücke.

Um 18 Uhr schließlich folgt nach der kurzen Fahrt zur Pattenser St. Lukas-Kirche der Höhepunkt des Tages: das ausverkaufte Konzert der A-cappella-Band Medlz – einer Combo, die sich an diesem Abend unter dem Titel „Heimspiel“ auf Einladung des Kulturzentrums bauhof Hemmingen ganz dem deutschen Liedgut jeglicher Couleur verschrieben hat: Es werden ausschließlich deutsche Titel gesungen, und zwar von Beethovens Ode an die Freude, Udo Lindenberg und den Prinzen bis zu Clueso und Rammstein. Auf fremdsprachige Bezeichnungen verzichteten die vier weitgehend in der von beeindruckenden Lichtspielen inszenierten Kirche – so gab es die Veröffentlichungen der Gruppe anschließend am „Tonträgerstand“ zu erstehen, und umgezogen wird sich schlicht in der Garderobe statt im „Backstagebereich“. „Ein Ohrenschmaus und Augenweide für das Publikum!“, befand KRRH-Vorstand Vera Brand.

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