"Angefühlt" – ein etwas anderer Abend nach Pecha-Kucha-Art

Wie fühlt es sich an, wenn … man in eine fremde Umgebung und Kultur kommt und sich dort erst zu behaupten lernen muss? Oder wenn man einen neuen, unbekannten Stoff in ein Kleidungsstück verwandeln möchte? Oder wenn Musik so wichtig wird, dass sie das ganze Leben beherrscht? Der KulturRaum Region Hannover hat am 21. Januar kreative Köpfe auf und abseits der etablierten Bühnen vorgestellt, die auf ihrem jeweiligen Gebiet Experten dafür sind, wie sich etwas „anfühlt“.

Es war ein abwechslungsreicher Abend: Zu Beginn stellte der stellvertretende Vorsitzende des KulturRaum Region Hannover, der für die erkrankte Mansha Friedrich einsprang, sein künstlerisch-ökologisches Konzept der „schwimmenden Inseln“ vor. Die nachhaltig auf Recyclingmaterial und ressourcenschonende Materialien aufgebauten Inseln können an fast jedem Ort der Welt erstellt und selbst in Hochwassergebieten eingesetzt werden – und zur Versorgung der dort lebenden Menschen beitragen.

Yara Eid von der theaterwerkstatt im Pavillon musste aus dem Iran fliehen und sich in Deutschland eine neue Existenz aufbauen. Die ausgebildete Tänzerin und Choreographin, berichtete von ihren Problemen dabei und von ihrem neuen Stück „Herzlich Willkommen“, in dem sie ihre Erfahrungen mit zwei TänzerInnen und einem Musiker verarbeitet. Szenen aus dem Stück wurden an einer Wäscheleine angeheftet und konten nach der – wie alle anderen Präsentationen per Wecker gestoppten sechseinhalbminütigen Show – eingehend auf der Bühne begutachtet werden.

Als dritten Beitrag schilderten Lorena Winkler von Wayom und Stefanie Sierverding von doerpwicht die furchtbaren Bedingungen, unter denen in Asien die Menschen ausgebeutet werden, um billig Mode für unsere westlichen Konsumenten zu produzieren. Als Kontrast stellten sie ihre unter nachhaltigen und ökologischen Gesichtpunkten produzierte und im Lindener House of Camey vertriebene – großenteils selbst genähte – Designergarderode vor, die von Model Franziska auch vorgeführt wurde.

Nach der Pause, die rege für den Austausch genutzt wurde, war die Hausherrin Barbara Kantel an der Reihe, die mit sichtlicher Begeisterung für das Thema das mithilfe des mobilen „Love-Trucks“ konzipierte Stück „Wissen macht Lust – what the fuck“ vorstellte. Per Umfragen vor Ort wurden bei einer Tour durch Hannover Jugendliche zu ihren (Grenz-)Erfahrung mit Sexualität und Gewalt befragt, was in das Stück mit einfloss.

Ein tänzerisches Highlight zum Mitmachen boten der Leiter der Salsa del alma-Tanzschule Emil Moise und seine Frau Lena zum Abschluss des Abends: „Salsa – ein Lebensgefühl“ hatte Moise seinen Beitrag übertitelt, und genau darum geht es dem studierten Physiker: beim Salsa die Lust am Leben zu entdecken und immer wieder aufs Neue als kleine Auszeit in Sachen Lebensfreude und Krafttanken zu zelebrieren. Alle Anwesenden waren nach einem gemeinsam mit seiner Frau vorgeführten „Appetizer“ in Sachen Salsa-Tanz zum Mitmachen aufgefordert und wurden zu einer Schnupperstunde eingeladen (ich bekam sogar eine kleine Portion Exklusivunterricht!).

Den Gästen hat es offenbar gefallen – was nicht zuletzt die vielfach großzügigen freiwiligen Spenden der Gäste bewiesen. Und so viel darf ich verraten: Wenn auch noch nicht das Datum, das Motto für den nächsten Abend steht bereits fest.

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